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Kontaktlinsen-Lexikon

Medikamente (Arzneimittel, Arznei)

Medikamente dienen der Heilung oder zur Verhütung menschlicher oder tierischer Krankheiten oder sind darauf ausgerichtet die physiologischen Funktionen des menschlichen beziehungsweise tierischen Körpers durch pharmakologische (Wechselwirkung zwischen Stoffen und Lebewesen), immunologische (die biologischen und biochemischen Grundlagen der körperlichen Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen sowie anderer Stoffe wie biologische Gifte und Umweltgifte) oder metabolische (Gesamtheit der chemischen Prozesse im Organismus, die zur Umwandlung von Stoffen führt) Wirkung wiederherzustellen, zu korrigieren oder zu beeinflussen. Medikamente sind Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die auch zur medizinischen Diagnose verwandt werden.

Medikamente und Kontaktlinsen

Träger von Kontaktlinsen müssen bei lokal im Auge angewandten Medikamenten stets auf die Zusammensetzung und ihre Wirkstoffe achten, da sie eine ungünstige Auswirkung auf die Eigenschaften des Linsenmaterials und den Tragekomfort im Auge haben können. Deshalb sollten Kontaktlinsenträger vor der Anwendung von Medikamenten im Auge stets ihren behandelnden Augenarzt oder Anpasser fragen, ob die Inhaltsstoffe des anzuwendenden Medikaments einen negativen Einfluss auf die Linsen selbst oder ihre Verträglichkeit haben könnten. Unter Umständen muss zeitweilig auf die Verwendung der Kontaktlinsen verzichtete werden und auf andere Hilfsmittel zur Korrektur der Fehlsichtigkeit, wie beispielsweise eine Brille, zurückgegriffen werden.

Augensalben sollten niemals beim Tragen von Kontaktlinsen verwandt werden. Aufgrund ihrer Zusammensetzung verschmieren sie die Linsen und lagern sich auf ihnen ab. Das Sehvermögen wird dadurch stark eingeschränkt, so dass die Sehstärke vermindert wird.

Es sollte beachtet werden, dass nicht nur lokal im Auge angewandte Medikamente einen negativen Einfluss auf Kontaktlinsen haben können. Vor der Einnahme mancher systemisch wirkender Medikamente, sollte stets ihr eventueller negativer Einfluss auf die Kontaktlinsen abgeklärt werden.

Hierzu gehören:

  • Hormone
  • Blutdruck verändernden Medikamente
  • Antihistaminika
  • Antirheumatika
  • Psychopharmaka
  • Glaukompräparate
  • Medikamenten gegen Erkältungskrankheiten

Die Nebenwirkungen sind ofmals im Beipackzettel nicht aufgeführt. So kann es beispielsweise zu einer quantitativen oder qualitativen Veränderung der Tränenflüssigkeit kommen, die Einfluss auf die Benetzung der Hornhautoberfläche und somit den Tragekomfort mit sich bringen kann.

Es gibt spezielle Pflege und Reinigungsmittel für Kontaktlinsen, die eventuellen negativen Effekten von Medikamenten vorbeugen. Nachbenetzungslösungen können einen mangelhaften Tränenfilm positiv beeinflussen und eignen sich insbesondere dazu die Folgen trockener Augen, wie Jucken, Brennen oder ein Fremdkörpergefühl im Auge zu vermeiden.