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Kontaktlinsen-Lexikon

Material von Kontaktlinsen

Das Kontaktlinsen-Material spielt eine entscheidende Rolle bei der Verträglichkeit von Kontaktlinsen und der Tragedauer. Heutzutage gibt es für beinahe alle individuellen Bedürfnisse die passenden Kontaktlinsen. Grund dafür ist unter anderem auch die große Anzahl an verschiedenen Materialien. Es gibt:

Die Materialunterschiede

harte Kontaktlinsen

Harte Kontaktlinsen sind schon am längsten auf dem Markt. Diese wurden zunächst aus Plexiglas hergestellt. Plexiglas ist zwar ein sehr stabiles und Material mit einer sehr hohen Lebensdauer, leider ist es aber auch komplett sauerstoffundurchlässig. Dadurch waren nur sehr kurze Tragezeiten möglich, ohne den Augen zu schaden. Heute werden harte Kontaktlinsen aus Materialien wie Silikon oder Fluorkarbon hergestellt, die eine deutlich höhere Sauerstoffzufuhr gewährleisten.

Hydrogel-Kontaktlinsen

Hydrogel-Kontaktlinsen sind weiche Kontaktlinsen, die aus Materialien mit einem sehr hohen Wassergehalt hergestellt sind (daher auch der Name Hydro-Gel). Hydrogel-Kontaktlinsen bieten dank des hohen Feuchtigkeitsanteils einen sehr hohen Spontankomfort. Je größer der Wasseranteil ist, desto besser ist auch die Sauerstoffzufuhr. Hydrogel-Kontaktlinsen haben den Nachteil, dass sie für sehr lange Tragezeiten und für Personen mit trockenen Augen nicht optimal geeignet sind, da der Flüssigkeitsfilm in der Kontaktlinse sehr schnell verdunstet und das Auge dadurch austrocknet.

Silikon Hydrogel Kontaktlinsen

Silikon Hydrogel Kontaktlinsen sind ebenfalls weiche Kontaktlinsen. Silikon Hydrogel gilt als das modernste Kontaktlinsen-Material. Im Gegensatz zum herkömmlichen Hydrogel ist der Wasseranteil deutlich niedriger, die Sauerstoffzufuhr aber bedeutend höher. Grund dafür ist das Silikon, welches extrem sauerstoffdurchlässig ist. Silikon Hydrogel Kontaktlinsen können dadurch wesentlich länger ohne Unterbrechung getragen werden als Hydrogellinsen und sind auch besser geeignet für trockene Augen.

Die Materialnamen

Die Namen von Kontaktlinsen-Materialien setzen sich aus mehreren verschiedenen Bausteinen zusammen: Präfix - Stamm - Serie - Gruppe - DK-Bereich - Modifikations-Code

  • Der Präfix bezeichnet die chemische Zusammensetzung des Materials.
  • Der Stamm definiert den Wassergehalt. Hier gibt es nur zwei Varianten: "filcon" und "focon". Materialien, die den Wortteil "filcon" beinhalten verfügen über einen Wassergehalt von mindestens 10%. "focon"-Materialien bestehen zu weniger als 10% aus Wasser.
  • Die Serie bezeichnet eine Materialvariante und wird in Großbuchstaben angegeben.
  • Die Gruppe wird in den römischen Ziffern I bis IV angegeben und steht für Wasseranteil und Oberflächenladung bei "filcon"-Materialien und für den Silizium- und Fluor-Anteil bei "focon"-Materialien.
  • Der DK-Bereich zeigt die Sauerstoffdurchlässigkeit an. Kategorie 1 bedeutet dabei die niedrigste Sauerstoffzufuhr. Materialien ab der Kategorie 4 verfügen über eine sehr gute Sauerstoffdurchlässigkeit.
  • Der Modifikations-Code wird durch ein "m" symbolisiert und dem Materialnamen beigefügt, wenn Änderungen an der Oberfläche durchgeführt wurden.

Beispiel: Methafilcon A IV 1: Dieses Material beinhaltet mindestens 10% Wasser (filcon), ist die erste Materialvariante (A), besteht aus über 50% Wasser und ist ionisch (IV), außerdem verfügt es über eine sehr geringe Sauerstoffdurchlässigkeit (1).

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Bei vielen Materialnamen sind nicht alle Bestandteile vorhanden. Einige sind sogar komplett anders aufgebaut (z.B. PolyHEMA)